MBFWB Review: Glaw geht auf Risiko

Laut war er, der Beifall, den Glaw für seine Frühling/Sommer-Kollektion 2014 auf der Berliner Fashion Week vom Publikum einfuhr. Fast so laut wie eine Vielzahl der Entwürfe, die Maria Poweleit und Jesko Wilke am Freitag über besagten Laufsteg schickte. Dabei fing alles recht harmlos an.

Looks in strahlendem Weiß und sanftem Orange-Rosé zeigten anfangs das Label-typisch gekonnte Spiel aus Materialien (Seide vs Leder), Silhouetten (fließende Tunikas vs. enge Kleider) und Attitüde (Lederjacke vs. wallende Maxidresses). Cut-Outs und transparente Stoffe sorgten hier und da für Einblicke, die wir in der Form diese Saison ja schon von anderen Laufstegmetropolen kennen – und wohldosiert auch wirklich der absolute Hingucker sind.

  



Glitzer und Glimmer verpassten lässigen Schnitten – mein Favorit: die weiß schimmernde, weite Hose zum weißen Top mit transparenten Ärmeln – eine ordentliche Portion Glamour.

Mit jedem Look stieg dieser Glamour-Faktor, die farbmonochromen Stücke wurden Schritt für Schritt von den Designern durch Lederelemente aus Silber, Bronze und Gold gebrochen. Toll waren sie, die Goldapplikationen auf den Tuniken, die weiß-rosé gebatikten Mäntel mit silbernen Reißverschlüssen, die Stoffstreifen auf transparentem Untergrund und die ledernen Etuiröcke mit den bronzeschimmernden Besätzen. Wäre die Kollektion von Glaw hier zu Ende gewesen, hätte ich in Begeisterung geschwelgt.

Es ging dann aber weiter mit einem schillernden Mix aus Gold, Silber und Bronze, der in einigen Entwürfen eine Kombination mit Schnitten aufwies, die fast schon an „Versace“-typischer Extravertiertheit grenzte: enges Leder, glänzende Stoffe, Schnürungen an den Seiten, transparente Stellen, knapp geschnittene Bustiers. Alles einzeln genommen durchaus stylish, in Kombination jedoch an einigen Stellen ein klein bisschen „too much“. Auch wenn das Motto „starke Frauen“ hieß.

All pictures above are my own

Nichtsdestotrotz versteh ich den frenetischen Applaus und hab auch mitgeklatscht. Es kommt nämlich gerade bei den Berliner Schauen eher selten vor, dass ein Designer beim Thema Glamour etwas wagt, und dass mit dem Risiko im Rücken, dabei über die Strenge zu schlagen. Zwar setzten beispielsweise auch Holy Ghost bei der aktuellen Schau auf schimmerndes Silber und Bronze. Allerdings doch meist so, dass der Haupttenor eher Lässigkeit und Komfort blieb. Die Schau von Glaw war diesbezüglich also mehr als erfrischend.

Oder was meint ihr?

Das Video hierzu:

Weitere Fotos:

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All pictures above courtesy of Glaw / PR

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