FashionTech: More than a season

Die Modewelt goes Tech. Hurra! Und damit meine ich nicht nur das Tamtam um die aktuelle September-Ausgabe der amerikanischen Vogue, in der neben einem Google Glass-lastigen Editorial Spread auch Yahoo-CEO Marissa Mayer unter die nerdige, aber dennoch cool-genug-für-Vogue-gige Lupe genommen wird. Das allein wär ja schon richtungsweisend – was Frau Wintour durchnickt, ist ja auch für den Rest der Industrie zwangsläufig hip.

Nein, lässt man die letzten Monate Revue passieren, kann man durchaus feststellen, dass der Bereich Technologie für einen Teil des Modevolks bereits most fashionable geworden ist – allen voran für Models. Plötzlich designt Kate Moss Smartphone-Accessoires, schreibt Coco Rocha für das amerikanische PC Mag und nutzt Heidi Klum Instagram als Allzweck-Publicity-Waffe . Um es mal modephilosophisch auszudrücken: Tech lanciert zum thematischen Isabell Marant-Äquivalent der Models-Off-Duty-Szene (denkt mal drüber nach).

Und wie finden wir das? Außerordentlich cool sogar! Schließlich ist Technologie mittlerweile genauso stark in unseren Alltag integriert wie die Kleidung, die wir uns jeden Morgen mit Elan zusammensuchen. Haben wir nicht auch schon enorm von der einstigen FashionTech-Startup-Bewegung profitiert, die mittlerweile in Form der Net-a-Porters, Moda Operandis, Poses und Rent-The-Runways dieser Welt unser digitales Leben so viel schöner machen? Das kann doch an den Moderedakteurinnen und Designern nicht spurlos vorüber gehen.

Courtesy of Jacob Birge: FW13

Picture courtesy of Jacob Birge, FW13

Tut es auch nicht – der beste Beweis für Labels, die schon länger die digitale Chicness mit Verve in ihre Markenphilosophie integrieren, sind Burberry (allein die Burberry Kisses-App war der Knaller) und Donna Karan New York. Letzteres hat es dank der Social Media-besessenen Aliza Licht, ihrerseits SVP Global Communications bei DKNY, und deren Twitter- (und Tumblr!) -Handle @dknyprgirl geschafft, innerhalb weniger Jahre aus einer für dem europäischen Markt relativ belanglosen Marke DAS Epithom an Chicness und Schlagfertigkeit zu machen. Zumindest für alle Modeinteressierten, die ein bisschen über den nationalen digitalen Tellerrand hinausgeschaut haben. Übrigens: Auch Diane von Furstenberg testete 2012 bereits Google Glass, um damit die Hektik der damaligen New York Fashion Week zu dokumentieren.

Technologie ist also längst nicht mehr schnöde, im Gegenteil. Ob es dem Fashionvolk gefällt oder nicht: Die Akzeptanz, die Absatzmöglichkeiten und die öffentliche Stellung der gesamten Modeindustrie hängt in hohem Maße von der digitalen Welt und all ihren Auswüchsen wie Blogs, Instagram, Twitter und Online-Shops ab. Warum diesem Fakt also nicht auch mal öffentlich Tribut zollen? Interessant, dass die amerikanische Vogue mal wieder die erste Zeitschrift ist, die diesen Weg beschreitet.

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